Zeitzeugenprojekt Lauf

Das Stadtarchiv Lauf führt zusammen mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Kreisgruppe Nürnberger Land und Laufer Schülern das Zeitzeugenprojekt Flucht und Vertreibung aus dem (ehemaligen) Sudetenland  durch. Es lädt dazu ein, die Erinnerungen an die Vertreibung aus dem Sudetenland zu erhalten und deren Bedeutung für die Geschichte ins Bewusstsein bringen. Das Projekt soll das Bewusstsein stärken, dass die Zeit Karls IV. nicht die einzige Schnittmenge ist, die uns mit der Geschichte des Nachbarlands Böhmen bzw. der heutigen Tschechischen Republik verbindet. Deshalb hat sich das Stadtarchiv Lauf mit dem Thema Flucht und Vertreibung einen anderen, nicht weniger wichtigen Schwerpunkt gemeinsamer Geschichte vorgenommen. Bearbeitet wird dieser sowohl in Form von öffentlichen Dialogrunden mit Zeitzeugen, als auch mit dem crossmedialen Schülerprojekt „Grenzgeschichten – crossing borders„, das sich an die Graphic Novel Ausstellung „Alois Nebel“ anlehnt.

Parallel zum Bildungsprojekt Grenzgeschichten der Stiftung Zuhören des Bayerischen Rundfunks und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung, das ebenfalls begleitend zur Ausstellung Alois-Nebel in Lauf stattfinden wird, werden die Ergebnisse des öffentlichen Zeitzeugenprojekts ebenfalls im Stadtarchiv aufbewahrt.

I. Ablauf des öffentlichen Zeitzeugenprojekts
Einführungsvortrag und 1. Dialogrunde am 27. Mai 2016 (öffentlich)
Am Beginn des Projekts steht ein einführender Vortrag von Dr. Ina Schönwald zur Geschichte der Vertriebenen aus dem Sudetenland. Er soll dazu einladen, die Erinnerungen der Erlebnisgeneration zu erhalten und deren Bedeutung für die europäische Geschichte und vor allem für die Geschichte des Landkreises und der Stadt Lauf ins Bewusstsein bringen. Die Moderation der Dialogrunde mit den Zeitzeugen im Anschluss an den Vortrag übernimmt Helmut Reich.

Zweite Dialogrunde am 15. Juni 2016 (öffentlich)
In einer 2. öffentlichen Dialogrunde bekommen die Mitwirkenden des Zeitzeugenprojekts Gelegenheit, die Erkenntnisse und Fragestellungen aus den ersten Wochen des Projekts zu vertiefen.  Unter der Moderation von Helmut Reich und Dr. Ina Schönwald sind die Beteiligten und Interessierte eingeladen, Meinungen, Positionen und Erkenntnisse über Flucht und Vertreibung aus der ehemaligen Tschechoslowakei nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der Dialogrunde zur Diskussion zu stellen.

Archivierung
Die Ergebnisse des öffentlichen Zeitzeugenprojekts werden im Stadtarchiv aufbewahrt.

 

II. Das Schülerprojekt „Grenzgeschichten Lauf a.d. Pegnitz“
Was passiert, wenn ein Zeitzeugenbericht zwei Generationen später von jemandem gezeichnet wird? Wie lassen sich im Storytellingportal www.grenzgeschichten.net Illustrationen und Comics mit Interviewmaterial, Geräuschaufnahmen und Atmos verbinden? Mit Fragen wie diesen werden sich die Schülerinnen und Schüler der Privaten Montessori Fachoberschule Lauf a.d. Pegnitz beschäftigen, die die Lebensgeschichten ehemals Vertriebener künstlerisch weitererzählen werden. Wertvolle Anregungen liefert die Alois Nebel-Ausstellung, tatkräftige Unterstützung kommt von dem Comicautor und Kultur-Journalisten Sascha Hommer und von Rupert Jaud, Tontechniker des Bayerischen Rundfunks.

Am 27.07.2016 werden die Workshop-Ergebnisse in den Ausstellungsräumen des Stadtarchivs präsentiert.

Eine Kooperation mit der Stiftung Zuhören und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, die das Projekt auch finanziell unterstützt. Mit herzlichem Dank an die Sparkasse Nürnberg und die Bayerische Sparkassenstiftung!

 

Veranstalter
Stadt Lauf an der Pegnitz
Urlasstr. 22
91207 Lauf a. d. Pegnitz
Tel. 09123 – 18 40
Internet: http://www.lauf.de
E-Mail: landesausstellung@stadt.lauf.de

Ansprechpartner
Stadtarchiv Lauf
Dr. Ina Schönwald
Spitalstr. 5
91207 Lauf a.d.Pegnitz
Tel. 09123 – 184 166

Partner
Schulen in Lauf
Sudetendeutsche Landsmannschaft, Kreisgruppe Nürnberger Land